Der Ball fliegt wieder bei den TV Babenhausen Wizards

Sport-Koordinator Thomas Hüther und Bürgermeister Joachim Knoke im Interview über den Trainingsstart und Zukunftspläne in der Kasernen-Halle.

„Wizards-Comeback“ – so verkündeten die Babenhausen Wizards den Trainingsstart nach mehr als 13 Wochen Basketball-Pause. Durch die beschlossenen Lockerungen für das Land Hessen zur Eindämmung des Coronavirus am 10.06., gab es für die Basketball-Abteilung des TV Babenhausens grünes Licht, den Sport wieder aufzunehmen. Mit einem, vom Ordnungsamt Babenhausen, genehmigten Hygienekonzept sind alle Teams der Wizards wieder in der Lage, zu trainieren.
Ein erfreuliches Bild für Thomas Hüther, der als Sport-Koordinator bei den Wizards zusammen mit der Trainer-Kommission, in den letzten Wochen intensiv für diesen Start gearbeitet hat. Vor drei Jahren wurde das erste Mal in der Abteilungsgeschichte die Position eines Sport-Koordinators vergeben, seitdem hat sich die Abteilung des TVBs stetig weiterentwickelt. Im Interview mit Pressesprecherin Janina Becker spricht Thomas Hüther über bereits erreichte Ziele und welche Aufgaben bei den Wizards noch in der Zukunft bewältigt werden müssen.

J. Becker: „Im September 2017 hast du dein Amt als Sport-Koordinator bei den Wizards angetreten. Welche Entwicklung hat die Abteilung seitdem genommen und wie konntest du die Wizards dabei aktiv begleiten?“

T. Hüther: „Wir konnten uns im Jugendleistungsbereich deutlich verbessern und Spieler und Spielerinnen aus den eigenen Reihen in den Damen und Herrenbereich integrieren. Kommende Saison werden wir U12 Oberliga, U14 Oberliga, U16 Landesliga und WU18 Oberliga spielen, das dürfte es so noch nicht in der Vereinsgeschichte gegeben haben. Das Ausbilden von jungen Coaches und deren direkten Einsatz im Verein war mir dazu sehr wichtig und das spürt man deutlich, wenn man in der Halle steht. Die Ausbildung hat sich einfach gelohnt und ist eine absolute Win-win-Situation. Perspektivisch wollen wir uns mit den Herren in der Oberliga Hessen etablieren und im Damenbereich streben wir kommende Saison den oberen Tabellenrand in der Oberliga an. Hier würden wir den sportlichen Aufstieg in die Regionalliga langfristig anvisieren.“

J. Becker: „Den Basketballstandort in Babenhausen zu stärken, ist eine der Hauptaufgaben, die dir zugetragen wurde. An welcher Stelle stehen die Wizards als größter Verein des Turnverein Babenhausens aktuell?“

T. Hüther: „Mir ist wichtig, dass wir weiter eine kontinuierliche nachhaltige Jugendarbeit im Breiten- und Leistungssport anbieten. Diesen Bereich gilt es weiter zu stabilisieren. Wir stehen glücklicherweise nicht mehr ganz am Anfang: Mit allein 60 Jugendlichen, die bei den Wizards Basketball spielen, war vor 3 Jahren noch nicht zu rechnen. Das macht mich persönlich sehr stolz, mein besonderer Dank gilt den Jugendtrainern, allem voran unserem Lokalmatador Joe Whitney, er führt das Youth-Wizards-Programm. Des Weiteren ist es uns gelungen, Spieler mit einer außerordentlichen sportlichen Perspektive im großen Programm der Fraport Skyliners zu integrieren. Seit letztem Jahr haben wir mit Lara Schierling eine Deutsche Meisterin (WU14) im Verein. Das zeigt deutlich die Qualität unserer Ausbildung in der Jugend.“

J. Becker: „Der wichtige Blick in die Zukunft: Welche Meilensteine werden die Wizards erreichen?“

T. Hüther: „Wir wollen durch gute Jugendarbeit und als verlässlicher Partner in der Region Südhessen Basketball nachhaltig vorantreiben. Hierzu ist es auch notwendig, die vorhandene Infrastruktur auszubauen. Die Halle in der ehemaligen US-Kaserne bietet eine Gelegenheit, dass die sowieso schon knappe Kapazität der Sportstätten etwas entlastet wird und natürlich können auch wir und andere dadurch weiterwachsen. Die Kaisergärten mit den neuen Babenhäusern wollen sicher Sport vor der Haustür treiben.“

J. Becker: „In der Sporthalle der Kaserne steht seit kurzem eine professionelle Korbanalge. Wir kam es kam es dazu?“

T. Hüther: „Basketball Landestrainer Reiner Chromik fragt mich in einem Telefonat, ob ich nicht eine Möglichkeit hätte, seine alte Anlage für den HBV unterzustellen. Da musste ich nicht lange überlegen und bot nach Rücksprache mit dem Bürgermeister Achim Knoke meine Hilfe an. Mittlerweile ist klar, dass die Halle bestehen bleibt, somit erweist es sich als Glücksfall, dass die Körbe jetzt gebraucht werden. Zudem haben wir deutlich an Geld gespart im Vergleich zu einer Neuanschaffung, die etwa 30.000 Euro kosten würde.“

J. Becker: „Wie läuft die Zusammenarbeit mit der Stadt, vor allem in Bezug auf die neue Option, die Sporthalle in der Kaserne wieder nutzbar zu machen?“

T. Hüther: „Nach unserem jetzigen Wissensstand hat der Kreis bereits durch die Erbpacht die Verantwortung für das Hallengelände und wird im Zuge des Neubaus der Grundschule die Halle sanieren. Corona hat alles ein wenig aus den Angeln gehoben, ich hoffe, dass es im Sinne der Neu-Bürger bald weitergeht. Wie bereits gesagt, die verfügbare Kapazität an Sportstätten in Babenhausen ist am Limit.“


Das „Jahrhundertprojekt“ Kaserne wird mit jedem Detail greifbarer. Die bereits bestehende Sporthalle auf dem Kasernengelände birgt enormes Potenzial für die sportliche Weiterentwicklung der Stadt Babenhausen. Bürgermeister Achim Knoke verrät im Interview, wie der Zustand der typisch amerikanischen Halle ist und welche Rolle die Sportstätte zukünftig spielen wird.

J. Becker: „Abgeplatzte Farbe und Wasserflecken zwischen den roten Linien des Basketballfeldes sind Zeichen genug, dass die Sporthalle nicht sofort einsatzbereit ist. Welche Maßnahmen werden nötig sein, um die Halle in der Kaserne wieder „fit“ zu bekommen?“

A. Knoke: „Da muss im Zuge der Ertüchtigung für die HEAE (Hessische Erstaufnahme-Einrichtung) noch ein in den Sportbereich hineinragender Luftkanal verlegt, stellenweise der Hallenboden und der Sanitärbereich nutzbar gemacht werden. Die Empore benötigt einen neuen Zugang, die alte innenliegende Stahltreppe haben wir sichergestellt und vor dem Schrott bewahrt, ebenso die ausfahrbaren Tribünen. Dreh- und Angelpunkt ist aber der Bereich Elektro und Brandschutz. Hier sind die Vorgaben sehr streng und damit kostenintensiv. Trotzdem ist das billiger als ein Neubau.“

J. Becker: „Wenn es dann wieder so weit ist: Welche Pläne hat die Stadt Babenhausen mit der neuen Möglichkeit auf eine weitere Sportstätte zurückzugreifen?“

A. Knoke: „Hier hat die Stadt dann keinen nennenswerten Einfluss mehr. Wie bei den Kreisschulsporthallen auch ist der Landkreis Darmstadt Dieburg als Schulträger dann in der Verantwortung und die Regelungen werden ganz ähnlich sein. Die Sanierung durch die Stadt selbst mit der Übergabe an einen Verein zum Betreib haben die Stadtverordneten kritisch gesehen. Es konnte dann trotz anfänglicher Widerstände eine gemeinsame Lösung gefunden werden. Wichtig war, die Halle für die Babenhäuser Vereine zu sichern, Ausbau von Jugendarbeit habe auch ich als Abteilungsleiter der Blue Devils damals wegen Sportflächenmangel nur unter schwersten Bedingungen hinbekommen, lange bevor Zuwachs an Bürgern*innen durch die Kasernenentwicklung berechenbar wurde. Ich war schockiert, die Halle auf der Abrissliste zu finden und konnte das ganz schnell korrigieren. Die jetzige Verfahrensweise ist sicher ein tragfähiger Kompromiss.“

Betritt man die Sporthalle auf dem Kasernengelände in Babenhausen, fällt sofort das rote Basketballfeld ins Auge. Die amerikanischen Wurzeln der dort so populären Sportart lässt vermuten, dass auch in Babenhausen in der Zukunft wieder Bälle durch die Netze fliegen.

J. Becker: „Die alten Basketballkörbe sind momentan am Rand geparkt. Stattdessen steht bereits eine professionelle Korbanlage in der Halle. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit den Wizards?“

A. Knoke: „Die Basketballer und die Baseballabteilung pflegen schon geraume Zeit gute Kontakte. Generell halten wir auch über die Sportkoordination die Kommunikation unter allen Sporttreibenden aufrecht. Als Abteilungsleiter der Blue Devils konnte ich bereits die alten Körbe der Amerikaner für die Wizards sicherstellen. Ebenso sind die Körbe aus der HEAE-Zeit für Babenhausen gesichert. Die jetzt hochprofessionellen Geräte sind ein ganz außergewöhnlicher Gewinn, da sieht man, was sportliches Engagement im Ehrenamt alles erreichen kann. Jeder - auch ich - kann stolz sein, daran Teil zu haben. Und gemeinsam mit Blick über den Tellerrand hinaus sind immer auch Möglichkeiten zu finden.“

J. Becker: „Können Sie sich vorstellen, dass zukünftig hochklassiger Sport in den Kaisergärten getrieben wird? Welche Entwicklung wünschen Sie sich für die Babenhäuser Vereine?“

A. Knoke: „Ein hochklassiger Trainingsbetrieb ist sicher möglich, wie auch bei den Tischtennisspielern in Langstadt geht hier sicher einiges. Eng wird es immer dann im Zuschauerbereich, wenn höherklassig gespielt wird. Hier ist dann die Kreisschulsporthalle mit dem Foyer, das die Stadt gebaut hat und den Tribünen sicher die beste Lösung. Dieses Problem hätte ein Neubau zwischen Hergershausen und Sickenhofen auch lösen können. Trotzdem kann und soll auch hochklassig gespielt und trainiert werden. Talent ist reichlich da, das kommt oft aus der Jugendarbeit im Breitensport hervor. Deswegen sind ausreichende Sportstätten auch für den Breitensport unerlässlich - mal ganz von dem Bewegungsmangel abgesehen, dem wir uns in der digitalen Gesellschaft mehr und mehr und auch immer früher aussetzen. Sport ist als Ziel in der Hessischen Landesverfassung verankert. Das Angebot in Babenhausen ist groß und entsprechend ist der Bedarf nach Sportstätten. Dem müssen wir uns
gemeinsam widmen und an dieser Stelle danke ich allen Vereinsvorständen, Platzwarten und Akteuren, die dazu beitragen. Dankeschön.“

 

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Bild 1: Mit der Hilfe der Stadt Babenhausen konnten die Basketballer des TVB zwei Basketballkörbe in der Sporthalle der Kaserne platzieren.

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Bild 2: Im demontierten Zustand ließ sich die professionelle Korbanlage aus Alsfeld nach Babenhausen transportieren.

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Bild 3: Bereit für ein „Future picture“, in der Sporthalle auf dem Kasernengelände könnten Bald wieder Bälle durch die Netzte fliegen und viele Babenhäuser Sport treiben.

 

Kontakt und Anfahrt

Die Babenhausen Wizards sind die Basketballabteilung des TV 1891 Babenhausen e.V.

Hallenanschrift:
Schulsporthalle der Joachim-Schumann-Schule
Bürgermeister-Willand-Straße 1
64832 Babenhausen